[aquamediale®6]
WASSERLANDSCHAFTEN
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Gregor Krampitz, Preisträger 2010
Fernweh
(Material: Sperrholz, Glasfasermatten, Polyesterharz, Lackfarbe)
Ferne Länder und fremde Kulturen kennenlernen wollen, sich fortbewegen, andernorts anzukommen, sich in andere Welten zu träumen, sind Möglichkeiten, die Gregor Krampitz schon in jungen Jahren bewegt haben. Als Kind im geteilten Berlin aufgewachsen, hat er häufig an den Ufern der Panke kleine, selbstgebastelte Schiffe auf Reisen geschickt. Verbunden mit der Hoffnung, ferne Orte der Sehnsucht anzusteuern, hätte ihm damals schon das nahegelegene und unerreichbare Westberlin genügt. Es war aber nicht nur die Neugierde auf eine unbekannte Welt oder die schöpferische Unruhe, die den Jungen umtrieben, es waren auch die Fluchtgedanken vor familiärer Enge, die ihm zusetzten. Um diesen Erinnerungen Gestalt zu geben, hat Gregor Krampitz drei stilisierte Faltboote, wie wir sie als heimliche Papier-Bastelei aus langweiligen Schulstunden kennen, gestaltet. In einer Reihe auf dem Wasser der Spree platziert, entwickeln sie als allgemeine und symbolische Schiffsform ein Eigenleben, in das jeder Betrachter seine Hoffnungen nach Veränderung, nach dem Ausbrechen aus dem Alltag, aber auch nach Flucht vor Verantwortung projizieren kann. Eine mit sparsamen Mitteln errichtete Installation, die in lapidaren Alltagsbildern Wirklichkeit und Traumwelt thematisiert. Dass bei entsprechendem Lichteinfall die weißen Boote sich solcherart im Wasser spiegeln, dass der so genannte Fröbelstern entsteht, gehört zu den von Gregor Krampitz beabsichtigten Nebeneffekten. Ohnehin ahnt jeder Betrachter, dass es sich weniger um praktische Entwürfe, sondern um reine Sehnsuchtsmodelle handelt, die uns ins Paradies oder in sein Gegenteil befördern können.
HERBERT SCHIRMER, KURATOR DER AQUAMEDIALE
[aquamediale® 7]
PANTA RHEI – alles fließt!
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Gregor Krampitz, Preisträger 2011
Zukunftsaussichten
Gregor Krampitz nutzt die Kunst als Medium für gesellschaftspolitische Befindlichkeiten in der Umwelt. Was zunächst an Venedig erinnert und wie eine Versammlung stilisierter Spielzeughäuser über die Wasserfläche grüßt, ist in Wirklichkeit eine mahnende Botschaft. Die allmählich im Wasser versinkenden Hausgiebel stehen symbolhaft für den schleichenden Klimawandel, für Katastrophen wie Hochwasser und Überschwemmungen. Je nach Wellenschlag werden die Spiegelbilder zu schwankenden Fragmenten zerstückelt, die über den optischen Reiz hinaus auf die Gefahr steigender Meeresspiegel ebenso aufmerksam macht wie auf mögliche Überflutungen im Spreewald.
HERBERT SCHIRMER, KURATOR DER AQUAMEDIALE










